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Ein Haus der Geschichte für NRW? Viel Sympathie für eine Idee

Die Idee, ein Haus der Geschichte für Nordrhein-Westfalen aufzubauen, findet viel Sympathie. Ich freue mich darüber, dass Bürgerinen und Bürger, Experten und Journalisten und auch Politiker aus allen Parteien aufgeschlossen dafür sind. Einige Menschen, die mich positiv darauf ansprachen, haben sogar schon Ausstellungsstücke angeboten. So weit sind wir aber (jetzt) noch nicht…

Vor rund einem Jahr griff ich die Anregung von Landeshistorikern gerne auf, bei uns ein solches Haus zu planen und aufzubauen, wie es der Bund u.a. Bonn und das Land Baden-Württemberg in Stuttgart bereits verwirklicht haben. Die Bitte um weiterführende Impulse fiel auf fruchtbaren Boden. Zuletzt haben vor wenigen Tagen Fachleute aus renommierten Institutionen, Wissenschaftler und Bildungspraktiker in Düsseldorf skizziert, was aus Ihrer Sicht nötig ist, um diese Idee in die Tat umzusetzen. Ich bin überzeugt, dass ein Haus der Geschichte Nordrhein-Westfalen eine  Bereicherung sein wird. Das gilt zum Beispiel

  • für die Vermittlung von Geschichte und Politik in allen Generationen und Bevölkerungsgruppen
  • für das Verständnis von Identität und Entwicklung des Landes und den Zusammenhalt  in Nordrhein-Westfalen 
  • als Chance, z.B. in Sonderausstellungen den Weg der Regionen des Landes oder wichtige soziale Entwicklungen zu präsentieren, die aus der Geschichte in die Gegenwart reichen.

Foto: Schälte, Alle Rechte beim Landtag NRWHeimat ist immer mehr als nur ein Ort. Das Haus der Geschichte stelle ich mir zum einen als erlebnisreiche Entdeckungsreise durch Geschichte an Rhein und Ruhr vor. Zum anderen als eienn Ort,der anregt, nachzudenken und zu diskutieren, wie der Weg vom gestern ins Morgen weiter geht.. Darüber wird ja auch maßgeblich im Landtag entschieden. Das macht eine Nähe beider Einrichtungen so sinn- wie reizvoll.

Besonders freue ich mich, dass die Vertreterin der Landesregierung grundsätzliche Zustimmung zu dem Vorhaben signalisierte. Auch die Vertreter der landeshistorischen Einrichtungen und Museen, insbesondere der beiden Landschaftsverbände, und die anwesenden Landeshistoriker, Archivare, Didaktiker und Pädagogen, betonten, dass ein zentrales landeshistorisches Museum in der Landeshauptstadt dem Land gut zu Gesicht stünde.

Prof. Hütter, Präsident des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn, sagte, (Landes-)Politische Entscheidungen in ihren Auswirkungen auf das Leben der Menschen erfahrbar zu machen, könne die zentrale Zielsetzung eines Hauses der Landesgeschichte sein. Zugleich wurde herausgearbeitet, dass eine Reihe von Fragen noch zu klären sind. Wichtig sei weiterhin, bald zu beginnen, die Bürgerinnen und Bürger am Aufbau zu beteiligen, z.B. als Zeitzeugen oder durch Bereitstellung geeignete Ausstellungsstücke aus bald sieben Jahrzehnten Landesgeschichte und Landespolitik.

Unser Land ist reich an Entwicklugnen und Ereignissen, die unsere Gegenwart bestimmen und nicht selten ganz Deutschland mitgeprägt haben: Der Aufschwung und demokratische Neuaufbau im einwohnerreichsten Land nach 1945, der Strukturwandel - nicht nur an der Ruhr, sondern ebenso z.B. im Münsterland, am Niederrhein oder in Ostwestfalen, Umweltprobleme und -lösungen, Bildungskontroversen und neue Bildungschancen für viele, Zuwanderung und Eingliederung mit  Erfolgen und Problemen, Sportbegeisterung wie kaum anderswo und vieles mehr... An die Verbindung zu Großbritannien, das 1946 als Besatzungsmacht die Gründung des neuen Bundeslandes verfügte, erinnerte der Besuch der Britischen Königin Elisabeth II in 2003. (Sie finden dieses und viele andere Bilder im jüngst eröffneten Verzeichnis historischer Fotos auf www.landtag.nrw.de)

Grundsätzliche Fragen stehen am Anfang des Weges: 

  1. Was macht ein Haus der Geschichte attraktiv und authentisch?
  2. Wie lassen sich ein virtuelles und ein erlebbares Haus gut verknüpfen?
  3. Für wen soll ein Haus der Geschichte entworfen und angelegt werden?
  4. Welche Trends und neuen Chancen sind - etwa durch den rasanten Fortschritt elektronischer Medien - im Ausstellungswesen absehbar?
  5. Welche Erfahrungen und Perspektiven vergleichbarer Projekte sind für uns in Deutschland und international hilfreich ?
  6. Wie könnte Trägerschaft gestaltet werden ?
  7. In welchen Schritten oder Meilensteinen zu planen ist sinnvoll ?

 

Fot: EvaTusselmann, Alle Rechte beim Landtag NRWEinzelne Ansätze, Landesidentität, gar Staatsbewusstsein und historisches Wissen über das 1946 neu geschaffene „Bindestrichland NRW“ zu schaffen, hat es ja auch früher gegeben.Ministerpräsident Meyers wollte ein „großes Staatswappen“ und eine Landeshymne in Auftrag geben. In den 70er Jahren kam aus SPD- und FDP-Fraktion der Vorschlag, eine mobile NRW-Landesausstellung einzurichten. Sie sollte das  „Landesbewusstsein der Bürger stärken und Kultur und Sozialgeschichte (sogar) seit der  Römerzeit zeigen“.  In den 90er Jahren wurde nach dem Umzug des Parlaments in den neuen Landtag angeregt, das frühere Ständehaus als NRW-Museum zu widmen.

 Mit Haus der Geschichte der Bundesrepublik in Bonn, dem Haus der Geschichte Baden-Württembergs, vergleichbaren Plänen in anderen Ländern wie jüngst auch für Bayern oder dem neuen Erinnerungsort „Tränenpalast“ in Berlin gibt es inzwischen spannende Vorbilder für Museum, das zum Beispiel für die rund 70.000 Besucher reizvoll ist, die den Landtag jährlich besuchen.

Mit einem anregenden und öffentlichen Prozess, der dieser Idee eine wirklich überzeugende Gestalt gibt, Uhlenberg
kann diese Sympathie zu einem konkreten Projekt werden. Dafür möchte ich mich weiter einsetzen. Schritt für Schritt, mit allen wichtigen Beteiligten und vielen Interessierten. Mit wissenschaftlicher Grundlage, öffentlicher Unterstützung und klugen politischen Entscheidungen. Das wird nicht einfach sein. Aber es ist machbar. Zur Geschichte Nordrhein-Westfalens gehört, große Aufgaben mit Bodenhaftung, Augenmass, zurückhaltendem Selbstbewusstsein aber bedeutender Kraft anzupacken und zu schaffen.Das wünsche ich mir und wünsche ich unserem Land für ein Haus der Geschichte, das einlädt, sich für Demokratie und Zukunft in Nordrhein-Westfalen zu begeistern und einzusetzen.

Was meinen Sie dazu? Über Ihre Sicht und Ihre Anregungen freue ich mich. Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bildnachweis:

Oben: Queen Elizabeth II 2003 mit Landtagspräsident Schmidt und Ministerpräsident Steinbrück im Landtag. (Foto: Bernd Schaelte)
Unten, links: Ausschussitzung im alten Landtag 1972. (Foto Eva Tüsselmann)
Unten, re.: Ich als junger Abgeordneter 1982 (Foto: Eva Tüsselmann). Die Rechte für alle Bilder liegen beim Landtag NRW.

 

 

 

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