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Lob und Kritik in Türkei

turkei-1Einblick in die Geschichte des Landes und die Lage der Kirchen vermittelte Gerhard Duncker (re), viele Jahre Vertreter der evangelischen Kirchen in Istanbul, Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg und seiner Delegation.

Düsseldorf/Ankara. Vier Tage hat Eckhard Uhlenberg in seiner Eigenschaft als Präsident des Landtags jetzt die Türkei besucht. Anlass war eine Einladung des Türkischen Parlamentspräsidenten. Außerdem blicken NRW und die Türkei 2011 auf 50 Jahre Zuwanderung zurück.  "Ich bin von vielen Entwicklungen der Türkei beeindruckt. Das gilt beispielsweise dafür, dass ich Land und Menschen als junge, aufgeschlossene Gesellschaft erfahren habe, die eine beachtliche wirtschaftliche Dynamik aufweist und eine Reihe von politischen Reformen eingeleitet hat"...

Aktuelle Justizprobleme und Verhaftungsaktionen würfen aber auch neue Fragen an die Innenpolitik der Türkei auf. Das Landtagspräsidium teile die Auffassung, die von internationalen und deutschen Organisationen ebenso wie von Teilen der türkischen Öffentlichkeit geäußert wird, "dass eine starke Einschränkung von Verteidigungsrechten und extrem lange Untersuchungshaftzeiten aus einem modernen Rechtsverständnis bedenklich sind". So können in manchen Fällen bislang nicht einmal die Beschuldigten und ihre Anwälte die Akten einsehen. "Solche Vorkommnisse müssen auch als objektives Hindernis gesehen werden, um in der deutschen Bevölkerung und in anderen EU-Staaten Aufgeschlossenheit für den türkischen Beitrittswunsch zur EU zu gewinnen". Ebenso bleibe die 10-Prozent-Hürde für Parteien bei Parlamentswahlen hinter dem zurück, was die Türkei in den jüngsten Jahren bereits an anerkennenswerten demokratischen Fortschritten auf den Weg gebracht habe....

 

 

 

Sehr ansprechend war für Landtagspräsident Eckhard Uhlenberg (CDU) sowie die ihn begleitenden Vizepräsidentinnen Carina Gödecke (SPD), Angela Freimuth (FDP) und Gunhild Böth (Linke) die erlebte Gastfreundschaft bei den Begegnungen im Parlament und das Interesse "an besonders engen Beziehungen zu Deutschland und Nordrhein-Westfalen", das in allen Begegungen zum Ausdruck kam.

turkei-2Der türkische Parlamentspräsident Mehmet Sahin, Parlamentsvizepräsident Nevzat Pakdil (Bild) und Dr. Mustafa Ünal, Vorsitzender der deutschen Freundschaftsgruppe in der Ankaraner Nationalversammlung, unterstrichen jeweils die historischen Verbindungen zu Deutschland ebenso wie die starken menschlichen Kontakte, die aufgrund von rund 900.000 Einwohnern in NRW mit türkischer Zuwanderungsgeschichte heute bestehen.

Uhlenberg lud Dr. Ünal ein, im Herbst eine Ausstellung im Landtag zum 50. Jahrestags der Zuwanderung aus der Türkei nach NRW zu eröffnen. "Für NRW-Unternehmen ist der Markt Türkei hochinteressant. Das bedeutet gute Aussichten für Umsatz und Arbeitsplätze in Nordrhein-Westfalen ebenso wie in der Türkei". Diese Einschätzung nahm Uhlenberg aus seinen Gesprächen in Istanbul mit, die mit der NRW-Außenwirtschaftsvertretung NRW-Invest, mit dem Präsidenten der türkischen-deutschen IHK, Freiherr von Leoprechting (Metro AG) und türkischen Unternehmensvertretern geführt wurden. Die Politiker unterstrichen das Interesse, dass in den kommenden Jahren immer mehr türkische Unternehmen mit Direktinvestitionen nach NRW kommen. Das Handelsvolumen hat sich in den zurückliegenden Jahren bereits verdoppelt. "Potenzial für weitere Zuwächse ist ganz klar vorhanden", so Uhlenberg.

Als zukünftige Wissenschaftler/innen für einen Europäischen Islam stellten sich junge türkische Studierende aus Deutschland dem Präsidium vor, die als erste den Studiengang Internationaler Islam in Istanbul absolvieren. Ihre Pläne, später als Wissenschaftler/innen an deutschen Universitäten zu arbeiten und muslimische Religionslehrkräfte oder Öffentlichkeitsarbeiter(innen) auszubilden, wurden von den NRW-Politikern als Chance für mehr Verständnis und Dialog zwischen den Religionen gesehen. Daran sollen auch die christlichen Kirchen in Türkei aktiv mitwirken, so Uhlenberg bei dem Treffen in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Istanbul.

Bei einer Kranzniederlegung am Grabmal Kemal Atatürks, die im dichten Schneetreiben des seit zehn Jahren stärksten Wintereinbruchs in Ankara stattfand, brachten Uhlenberg und die Vizepräsidentinnen insgesamt ihren Respekt für die Geschichte und die Energie der Türkei sowie ihre "Anerkennung für den Beitrag der Frauen und Männer zum Ausdruck, die als Zuwanderer aus der Türkei zur positiven Entwicklung Nordrhein-Westfalens beigetragen haben".

(micha)

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